Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) in der Sportmedizin: Neue internationale Leitlinien und ihre Bedeutung für die Praxis

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Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) in der Sportmedizin: Neue internationale Leitlinien und ihre Bedeutung für die Praxis

https://www.researchgate.net/profile/Hye-Chang-Rhim/publication/389528057_Recommendations_for_use_of_extracorporeal_shockwave_therapy_in_sports_medicine_an_international_modified_Delphi_study/links/67c7734a8311ce680c7cb4a7/Recommendations-for-use-of-extracorporeal-shockwave-therapy-in-sports-medicine-an-international-modified-Delphi-study.pdf?origin=publication_detail&_tp=eyJjb250ZXh0Ijp7ImZpcnN0UGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uIiwicGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uRG93bmxvYWQiLCJwcmV2aW91c1BhZ2UiOiJwdWJsaWNhdGlvbiJ9fQ

 

Einleitung: Warum ist ESWT in der Sportmedizin so relevant?

Muskuloskelettale Verletzungen sind eine der häufigsten Herausforderungen in der Sportmedizin. Ob Tendinopathien, Plantarfasziitis oder Knochenstressreaktionen – effektive, nicht-invasive Behandlungsmethoden sind entscheidend, um Patienten schnell und nachhaltig zurück in Bewegung zu bringen.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hat sich in den letzten Jahren als vielversprechende Therapieoption etabliert. Doch trotz zahlreicher klinischer Anwendungen gab es bisher keinen internationalen Konsens über Indikationen, Behandlungsprotokolle und Kontraindikationen.

Eine kürzlich veröffentlichte Delphi-Studie im British Journal of Sports Medicine bringt nun Klarheit und wissenschaftliche Standards. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, welche neuen Empfehlungen gelten und wie Sie ESWT effektiv und evidenzbasiert in der Praxis nutzen können.

Was ist ESWT und wie wirkt sie?

Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, die mit hochenergetischen Druckwellen arbeitet. Diese mechanischen Impulse stimulieren biologische Prozesse wie:

✔ Steigerung der Durchblutung

✔ Aktivierung von Stammzellen und Wachstumsfaktoren

✔ Förderung der Kollagenproduktion

✔ Modulation von Schmerzrezeptoren

ESWT wird in zwei Formen angewendet:

• Fokussierte Stoßwellentherapie (FSWT) → Dringt tief in Gewebe ein, ideal für Knochenpathologien und tieferliegende Sehnenstrukturen.

• Radiale Stoßwellentherapie (RSWT) → Behandelt oberflächliche Strukturen, insbesondere bei myofaszialen Beschwerden.

Die neuen Leitlinien empfehlen eine differenzierte Anwendung dieser Methoden je nach Indikation.

Neue wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für ESWT

1. Welche Indikationen sind evidenzbasiert?

Die internationale Expertenrunde hat sich auf eine Reihe von Erkrankungen geeinigt, für die ESWT nachweislich effektiv ist:

🔹 Tendinopathien:

• Achilles-, Patellar- und Hamstringsehne

• Gluteale Tendinopathie

• Rotatorenmanschetten-Tendinopathie

• Mediale und laterale Epicondylopathie

🔹 Fasziopathien:

• Plantare Fasziitis

🔹 Knochenpathologien:

• Ermüdungsfrakturen

• Verzögerte Frakturheilung / Non-Union-Frakturen

• Mediales Tibiakantensyndrom (Shin Splints)

• Sesamoiditis

Nicht empfohlen:

• Hochgradige Sehnenrupturen

• Schwere Osteoarthritis des Knies (noch unzureichende Evidenz)

2. Standardisierte Behandlungsprotokolle für ESWT

Die Studie hat klare Empfehlungen für die optimale Anwendung entwickelt:

📌 Behandlungsfrequenz: 1–2 Wochen Abstand zwischen den Sitzungen

📌 Gesamtanzahl der Sitzungen: 3–5 pro Indikation

📌 Schmerzmanagement: Keine Lokalanästhetika, da diese die therapeutische Wirkung reduzieren können

📌 NSAR vermeiden: Entzündungshemmende Medikamente können die Zellregeneration negativ beeinflussen

Besonders betont wird der multimodale Therapieansatz: Physiotherapie und gezieltes Training sollten die Stoßwellentherapie begleiten, um langfristig bessere Ergebnisse zu erzielen.

ESWT und die Zukunft der Sportmedizin

Die neuen Leitlinien liefern nicht nur eine fundierte wissenschaftliche Basis, sondern haben auch weitreichende Implikationen für die Praxis:

💡 Höhere Therapiepräzision: Durch standardisierte Protokolle wird die Anwendung effektiver und reproduzierbarer.

💡 Erweiterte Indikationen: Die differenzierte Nutzung von fokussierten und radialen Stoßwellen kann die Behandlungsergebnisse optimieren.

💡 Potenzielle Erstattungsfähigkeit: Durch klarere Evidenz und Standardisierung könnte ESWT künftig verstärkt von Krankenkassen übernommen werden.

Fazit: Wann ist ESWT sinnvoll?

Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine wertvolle, evidenzbasierte Therapieoption für Sehnen- und Knochenpathologien in der Sportmedizin. Dank der neuen Leitlinien können Behandler nun gezielt und wissenschaftlich fundiert entscheiden, wann und wie ESWT optimal eingesetzt werden sollte.

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