Regulation statt Blockade – was Stoßwellen bei Sialorrhoe und Parkinson neu denken lassen
Jan 23, 2026
Eine aktuelle neurologische Studie zeigt: Niederenergetische fokussierte Stoßwellentherapie kann den belastenden Speichelfluss bei Parkinson wirksam reduzieren – nicht durch Ausschaltung, sondern durch gezielte biologische Modulation.
Nicht jedes Problem verlangt nach Unterdrückung
In der Medizin haben wir gelernt, Symptome zu blockieren, zu hemmen, zu reduzieren. Oft ist das notwendig. Manchmal jedoch entsteht Fortschritt dort, wo wir beginnen, Regulation statt Suppression zu denken.
Die Sialorrhoe bei Parkinson ist ein solches Beispiel.
Lange galt sie als Ausdruck einer Überproduktion von Speichel. Heute wissen wir: Der Speichel ist nicht zu viel – er wird nur nicht mehr effizient kontrolliert. Gestörte Schluckkoordination, oropharyngeale Bradykinesie und autonome Dysregulation verschieben ein fein austariertes System.
Der etablierte Eingriff – wirksam, aber nicht neutral Botulinumtoxin wirkt. Daran besteht kein Zweifel. Doch es greift durch Blockade ein. Gerade bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung kann diese Strategie an Grenzen stoßen: Dysphagie, Trockenheit, Invasivität.
Die therapeutische Frage verändert sich damit subtil, aber grundlegend: Wie lässt sich Funktion beeinflussen, ohne sie weiter zu destabilisieren?
Ein anderer therapeutischer Gedanke Eine im Januar 2026 veröffentlichte Studie in Frontiers in Neurology untersucht erstmals den Einsatz fokussierter niederenergetischer extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) an den großen Speicheldrüsen bei Parkinson-Patienten.
Zwei kurze Sitzungen. Ultraschall-gezielt. Ohne Injektion.
Kein Abschalten – sondern ein Impuls.
Was beobachtet wurde
Die Ergebnisse sind bemerkenswert ruhig – und gerade deshalb relevant:
frühe klinische Besserung bereits nach einer Woche
maximale Effekte nach vier Wochen
teilweise anhaltende Wirkung bis Woche acht
keine Dysphagie, keine Xerostomie, keine Nebenwirkungen
Stoßwellen reduzierten den Speichelfluss, ohne die physiologische Schluckfunktion zu beeinträchtigen.
Mechanismen: Modulation statt Zerstörung
Die Autoren diskutieren keine simple Hemmung, sondern eine neuromodulatorische Wirkung:
temporäre Beeinflussung cholinerger Signalwege, Verbesserung der lokalen Mikrozirkulation, antiinflammatorische Effekte.
Das Entscheidende: Die Stoßwelle greift nicht frontal ein. Sie verändert Rahmenbedingungen.
Warum das in ein größeres Bild passt
Diese Studie steht exemplarisch für eine Entwicklung, die wir bei Impulsa Medica seit Jahren verfolgen:
Physikalische Therapien wirken nicht mechanisch – sie kommunizieren mit biologischen Systemen.
Regeneration, Regulation, Anpassung.
Nicht als Gegensatz zur Pharmakologie, sondern als Ergänzung dort, wo Funktion fragil geworden ist.
Ein leiser Fortschritt
Die Fallzahl ist klein. Die Effekte moderat.
Und doch verschiebt sich etwas Entscheidendes:
Die Idee, dass Therapie nicht immer blockieren muss, um wirksam zu sein.
Für viele Patienten kann genau das den Unterschied machen.
Quelle:
Manganotti P. et al., Frontiers in Neurology, 2026


Regulation statt Blockade – was Stoßwellen bei Sialorrhoe und Parkinson neu denken lassen
Jan 23, 2026
Eine aktuelle neurologische Studie zeigt: Niederenergetische fokussierte Stoßwellentherapie kann den belastenden Speichelfluss bei Parkinson wirksam reduzieren – nicht durch Ausschaltung, sondern durch gezielte biologische Modulation.
Nicht jedes Problem verlangt nach Unterdrückung
In der Medizin haben wir gelernt, Symptome zu blockieren, zu hemmen, zu reduzieren. Oft ist das notwendig. Manchmal jedoch entsteht Fortschritt dort, wo wir beginnen, Regulation statt Suppression zu denken.
Die Sialorrhoe bei Parkinson ist ein solches Beispiel.
Lange galt sie als Ausdruck einer Überproduktion von Speichel. Heute wissen wir: Der Speichel ist nicht zu viel – er wird nur nicht mehr effizient kontrolliert. Gestörte Schluckkoordination, oropharyngeale Bradykinesie und autonome Dysregulation verschieben ein fein austariertes System.
Der etablierte Eingriff – wirksam, aber nicht neutral Botulinumtoxin wirkt. Daran besteht kein Zweifel. Doch es greift durch Blockade ein. Gerade bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung kann diese Strategie an Grenzen stoßen: Dysphagie, Trockenheit, Invasivität.
Die therapeutische Frage verändert sich damit subtil, aber grundlegend: Wie lässt sich Funktion beeinflussen, ohne sie weiter zu destabilisieren?
Ein anderer therapeutischer Gedanke Eine im Januar 2026 veröffentlichte Studie in Frontiers in Neurology untersucht erstmals den Einsatz fokussierter niederenergetischer extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) an den großen Speicheldrüsen bei Parkinson-Patienten.
Zwei kurze Sitzungen. Ultraschall-gezielt. Ohne Injektion.
Kein Abschalten – sondern ein Impuls.
Was beobachtet wurde
Die Ergebnisse sind bemerkenswert ruhig – und gerade deshalb relevant:
frühe klinische Besserung bereits nach einer Woche
maximale Effekte nach vier Wochen
teilweise anhaltende Wirkung bis Woche acht
keine Dysphagie, keine Xerostomie, keine Nebenwirkungen
Stoßwellen reduzierten den Speichelfluss, ohne die physiologische Schluckfunktion zu beeinträchtigen.
Mechanismen: Modulation statt Zerstörung
Die Autoren diskutieren keine simple Hemmung, sondern eine neuromodulatorische Wirkung:
temporäre Beeinflussung cholinerger Signalwege, Verbesserung der lokalen Mikrozirkulation, antiinflammatorische Effekte.
Das Entscheidende: Die Stoßwelle greift nicht frontal ein. Sie verändert Rahmenbedingungen.
Warum das in ein größeres Bild passt
Diese Studie steht exemplarisch für eine Entwicklung, die wir bei Impulsa Medica seit Jahren verfolgen:
Physikalische Therapien wirken nicht mechanisch – sie kommunizieren mit biologischen Systemen.
Regeneration, Regulation, Anpassung.
Nicht als Gegensatz zur Pharmakologie, sondern als Ergänzung dort, wo Funktion fragil geworden ist.
Ein leiser Fortschritt
Die Fallzahl ist klein. Die Effekte moderat.
Und doch verschiebt sich etwas Entscheidendes:
Die Idee, dass Therapie nicht immer blockieren muss, um wirksam zu sein.
Für viele Patienten kann genau das den Unterschied machen.
Quelle:
Manganotti P. et al., Frontiers in Neurology, 2026

